Bibliotheken (Tutorial)

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Konzeption

Gruppen

In Zeichnungen gibt es oft bestimmte, wiederkehrende Elemente. Dabei kann es sich um einzelne Objekte handeln oder aber um eine Vielzahl von Objekten, die zu einem Bauteil zusammengesetzt werden. Der einfachste Weg solche zusammengehörigen Mengen von Objekten innerhalb einer Zeichnung zu verwalten, ist die Gruppe. Zum Erzeugen einer Gruppe dient der Befehl Gestalten > Gruppieren > Objekte gruppieren. Objekte, die zu einer Gruppe zusammengefasst werden, lassen sich nur noch als Einheit verändern. Die Objekte sind zu einer Einheit verschmolzen. Das hat den Vorteil, dass bei Manipulationen an einer Gruppe nur noch die Gruppe und nicht mehr jedes Element einzeln identifiziert zu werden braucht. Das Programm erkennt automatisch, dass es sich um eine Gruppe handelt und führt die gewünschte Operation mit allen in der Gruppe vorhandenen Objekten aus.

 

Wenn Sie eine Anzahl von Objekten zu einer Gruppe zusammenfassen, so legt sich Malz++Kassner CAD6 diese Gruppe im Speicher ab und ersetzt die Objekte in der Zeichnung durch einen Verweis auf diese Gruppe. Ein solcher Verweis wird Instanz genannt. Die ursprünglich gezeichneten Objekte existieren nun nicht mehr als Objekte auf der Arbeitsfläche. Hier liegt ausschließlich ein Abbild der Objekte. Der Sinn dieses Verfahrens wird deutlich, wenn Sie eine Kopie der Gruppe anlegen. Jede weitere Kopie besteht wiederum nur aus einer Instanz, also einem Verweis auf die Gruppe im Speicher. Eine Instanz benötigt immer die gleiche geringe Menge an Speicherplatz. So ist es möglich, viele große (also speicherintensive) Gruppen mit sehr geringem Speicherplatzbedarf (pro Gruppe nur den Verweis) in der Zeichnung zu verwalten. Instanzen werden zusammen mit den Objektinformationen der Gruppe in einer Zeichnung gespeichert.

 

Bei den meisten Manipulationen an einer Gruppe fällt diese programminterne Struktur nicht auf. Jede Instanz besitzt einen eigenen Merkmalssatz wie andere Objekte auch. Bei Manipulationen an einer Instanz werden nicht die ursprünglichen Objekte verändert, sondern nur die Darstellung der Instanz auf dem Bildschirm. Erst wenn eine Instanz aufgelöst wird und die ursprünglichen Objekte aus dem Speicher an die Stelle der Instanz kopiert werden, überträgt Malz++Kassner CAD6 auch die Veränderungen, die an der Instanz vorgenommen wurden, auf die Objekte. Wenn die aufgelöste Gruppe ebenfalls Instanzen enthielt, werden veränderte Merkmale auf die betroffenen Instanzen vererbt und in den aufgelösten Objekten fixiert.

 

Beispiel

Probieren Sie das Verhalten einer Gruppe an einem einfachen Beispiel aus. Zeichnen Sie sich aus drei Grundobjekten ein Element und gruppieren Sie es mit dem Befehl Gestalten > Gruppieren > Objekte gruppieren. Um eine Gruppe zu bilden, müssen alle betroffenen Objekte identifiziert werden. Manipulieren Sie die so entstandene Gruppe mit den Funktionen aus dem Menü Gestalten. Mit dem Befehl Gestalten > Objektmerkmale > Ändern erhalten Sie in der Titelzeile des Dialogfeldes Informationen über das Objekt. Zum Schluss können Sie die Gruppe mit dem Befehl Gestalten > Gruppieren > Gruppierung lösen wieder in die einzelnen Objekte auflösen.

 

Interne Blöcke

Das Verwalten von Gruppen gestaltet sich bei einer größeren Anzahl und häufig wiederkehrenden Gruppen ausgesprochen unkomfortabel. Aus diesem Grund bietet Malz++Kassner CAD6 die Möglichkeit an, Gruppen mit Namen zu versehen und in einer Liste zu führen. Aus dieser Liste brauchen die Gruppen nun nur noch mit ihren Namen aufgerufen zu werden und stehen dann als eigenständiges Objekt zur Verfügung. Eine solche Gruppe mit Namen wird als Interner Block bezeichnet. Ein interner Block wird mit dem Befehl Bibliothek > Block > Erzeugen (Einsetzpunkt) oder Bibliothek > Block > Erzeugen (Rahmen) eingelesen. Ähnlich wie schon bei dem Befehl Gestalten > Gruppieren > Objekte gruppieren müssen Sie auch hier erst die gewünschten Objekte identifizieren. In dem erscheinenden Dialogfeld muss zum Einlesen eines internen Blocks die Bibliothek "* Interne Blöcke" gewählt sein, das heißt, der Pfad muss mit "* Interne Blöcke" beginnen. Dies ist die Bezeichnung für einen Block, der mit der Zeichnung gespeichert wird. Sie können in dem Eingabefeld "Block:" den gewünschten Blocknamen eingeben. Dieser kann bis zu 64 Zeichen lang sein. Sie können jetzt mit dem obersten Markierungsfeld entscheiden, ob die als Block eingelesenen Objekte weiterhin als Objekte in der Zeichnung vorliegen sollen oder aber durch eine Instanz ersetzt werden.

 

Um einen Block aus der Liste einzusetzen, wählen Sie einfach den Befehl Bibliothek > Block > Einsetzen an und können nun den gewünschten Block aus der Liste auswählen. Achten Sie auch hier darauf, dass die Bibliothek "* Interne Blöcke" gewählt ist. Bevor Sie die Taste "OK" betätigen, können Sie noch einen gewünschten Drehwinkel und Skalierungsfaktor für den Block angeben. Der gewählte Block "hängt" nun an dem Fadenkreuz. Wenn der Block über einen Rahmen eingelesen wurde, so befindet sich der Einsetzpunkt immer in einer der Ecken des Einsetzrahmens. Der Einsetzpunkt liegt beim Einsetzen immer im Zentrum des Fadenkreuzes. Sie sollten dies beim Einlesen bedenken und markante Punkte als Einsetzpunkte wählen. Nutzen Sie die Fangfunktionen, um Blöcke in der Zeichnung einzusetzen.

 

Externe Blöcke

Wenn ein Block in einer externen Bibliothek, also einer eigenen Datei gespeichert wird, trägt er die Bezeichnung Externer Block. Um einen externen Block anlegen zu können, muss vorher eine Bibliothek erstellt oder geöffnet worden sein. Dies geschieht mit dem Befehl Bibliothek > Bibliotheken verwalten. In dem erscheinenden Dialogfeld klicken Sie auf "Neu..." oder auf "Öffnen..." und geben dann den gewünschten neuen Bibliotheksnamen ein. Der gewählte Bibliotheksname wird in eine Liste eingetragen und vorne mit einem "N" (neu anzulegende Bibliothek) oder "Ö" (zu öffnende Bibliothek) versehen. Beenden Sie den Dialog mit dem "OK" Taster, wird die neue Bibliothek angelegt oder eine bereits bestehende Bibliothek geöffnet. Nun können Sie einen externen Block einlesen. Dies geschieht analog zum Einlesen eines internen Blocks. Auch hier haben Sie wieder die Wahl zwischen den Befehlen Bibliothek > Block > Erzeugen (Einsetzpunkt) und Bibliothek > Block > Erzeugen (Rahmen). In dem erscheinenden Dialogfeld müssen Sie jetzt den Pfad auf die gewünschte Bibliothek setzen.

 

Um interne und externe Blöcke noch übersichtlicher anzulegen, kann innerhalb einer Bibliothek eine hierarchische Ordnerstruktur angelegt werden, wie sie von Dateiverzeichnissen her bekannt ist. Um einen Ordner anzulegen, benutzen Sie den Befehl Bibliothek > Block > Bearbeiten.

 

 

Prinzipdarstellung von Gruppen, internen und externen Blöcken

 

In einer Zeichnung ist es nur möglich, Merkmale der Instanzen zu verändern. Das Original im Speicher bleibt unverändert. Malz++Kassner CAD6 bietet die Möglichkeit, Merkmale von Blöcken auch direkt zu ändern. Mit dem Befehl Bibliothek > Block > Bearbeiten können Sie das Original (also keine Instanz des Blocks) verändern. Eine solche Änderung macht sich automatisch bei allen in der Zeichnung vorkommenden Instanzen bemerkbar, da diese auf das veränderte Original im Speicher verweisen. Sollen einzelne Instanzen von einer solchen Veränderung ausgeschlossen werden, so können Sie entweder gezielt externe in interne Blöcke wandeln (Bibliothek > Externe Blöcke in interne wandeln), Blöcke auflösen (Bibliothek > Block > Blockinstanzen auflösen) oder eine Kopie eines Blockes erzeugen (Bibliothek > Block > Bearbeiten).

 

Vergleich

Gruppen stellen die einfachste, aber auch unkomfortabelste Verwaltung von zusammengehörigen Objekten dar. Sie werden eingesetzt, um Objekte kurzfristig vor Veränderungen zu schützen oder eine einfache Struktur während des Zeichnens zu schaffen.

 

Interne Blöcke sollten in Zeichnungen immer dann eingesetzt werden, wenn es wichtig ist, bibliotheksunabhängig zu arbeiten. Immer wenn ein externer Block in einer Zeichnung eingesetzt wird, ist es erforderlich, die entsprechende Bibliothek zusätzlich zur Verfügung zu stellen. Interne Blöcke ermöglichen ein komfortables Verwalten von Elementen und verhindern, dass durch unbeabsichtigtes Verändern einer Bibliothek auch die Zeichnung geändert wird. Grundsätzlich sollte ein interner Block gewählt werden, wenn das Objekt nur in einer Zeichnung eingesetzt wird.

 

Externe Blöcke sollten immer dann eingesetzt werden, wenn ein gleicher Block in verschiedenen Zeichnungen eingesetzt wird. Außerdem gewährleisten externe Blöcke das höchste Maß an Aktualität, da die Änderung eines externen Blockes in der Bibliothek sich natürlich sofort auf alle Zeichnungen auswirkt, in denen dieser externe Block vorkommt. So müssen nach Änderung eines externen Blockes nur alle Zeichnungen mit diesem Block erneut ausgedruckt werden, um die korrekten, geänderten Zeichnungen zu erhalten. Außerdem wird die Größe von Zeichnungsdateien reduziert, wenn verschiedene Zeichnungen auf externe Blöcke zurückgreifen.

 

Ausdrücklich soll hier auch auf Gefahren durch die Arbeit mit externen Blöcken aufmerksam gemacht werden. Alte Datenbestände werden ohne Kontrolle und Sicherheitsabfragen immer mit neuen, aktualisierten Blöcken versehen, wenn Bibliotheken, auf die sie zugreifen verändert werden. Deshalb sollte der Einsatz von externen Blöcken genau bedacht sein!

 

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